an nichts mehr denken

Mein Kopf an seine Brust gelegt, nur seinen Körper fühlen. Nur seine Hände. Ich würde vergessen wer ich war, und wieder ein kleines Mädschen sein, die die Welt erst noch entdeken muss. Den Wald und die Sterne. Das Meer und den Horizont. Die Freundschaft und die Liebe. Ich würde wieder nackt sein wie der erste Mensch und mich meiner Nacktheit nicht schämen. Mit den Händen würde ich wieder suchen, was ich schon so oft gesucht und trotzdem nie gefunden habe. In tiefe Höhlen würde ich eindringen und sie doch nie bis ans Ende gehn. Etwas würde mir immer verborgen bleiben, das mich jedesmal aufs neue dazu reizte, es zu finden. Die letzte Klarheit und das letzte Wissen. Das letzte Empfinden. Die äusserste Grenze einer grenzenlosen Weite. Das Unbeschreibliche. Das keinen Namen, keine Konturen, keine Zeit und keinen Atem hat. Das nur da ist. Irgendwo in ihm oder in mir selbst. Das mich anzieht, mich durch fremde Landschaften führt und mich doch immer wieder zu mir zurückbringt. Das nicht oben ist und nicht unten. Das ich oft mit den Händen zu fühlen meinte und trotzdem nie zu fassen bekomme. Das mich berauscht, verwirrt, mich sättigt und doch nie satt werden lässt.